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Meininger Jahre

Bildnachweis: Meininger Museen

Im Oktober 1873 lud Freifrau von Heldburg, die Gattin Herzog Georgs II. von Sachsen-Meiningen, ihren ehemaligen Klavierlehrer Hans von Bülow nach Meiningen ein, um für sie und den Herzog seine berühmten Interpretationen von Beethovens Sonaten zu Gehör zu bringen. Zwei Monate später, zu Weihnachten im Jahr 1873 war er abermals zu Gast auf dem Meininger Schloss und dirigierte erstmals die Meininger Hofkapelle.

Mit dem Antritt Hans von Bülows als Hofkapellmeister Anfang Oktober 1880 begann die erfolgreichste Zeit der Meininger Hofkapelle, die Bülow mit einer Reform des sinfonischen Konzerts zu einem europäischen Eliteorchester entwickelte. Der ab 1866 regierende Herzog Georg II. und Bülow konnten bekannte Komponisten wie Richard Wagner und Johannes Brahms zur Mitarbeit in der Hofkapelle gewinnen. So fand in Meiningen die Uraufführung der 4. Sinfonie von Brahms statt. Unter Bülows Leitung ging die Kapelle ab 1881 zunehmend auf Reisen und musizierte in insgesamt 200 öffentlichen Konzerten in ganz Deutschland und weiten Teilen Europas. Auch Brahms dirigierte die Hofkapelle in dieser Zeit einige Male und begleitete sie auf ihrer Rheinland-Tournee 1885.

1885, als Hans von Bülow nach Hamburg wechselte und gleichzeitig Chefdirigent der Berliner Philharmoniker wurde, übernahm der damals 21-jährige Richard Strauss den Dirigentenstab. Ihm folgten Fritz Steinbach (1886–1903) und Wilhelm Berger (1903-1911), die das Erbe Bülows fortsetzten und mit der Kapelle auf Tourneen durch Holland, die Schweiz, Dänemark, England und Böhmen gingen.


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